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Business Rule Management

Sie kennen sicher Regeln in Form von PreConditions und PostConditions zur Steuerung der Prozessschritte in Prozessen. Dies ist aber nur ein Spezialfall der viel allgemeineren Steuerung von Abläufen, genauer von Systemverhalten über Regeln.

Eine Regel ist dabei nichts anderes als ein Konstrukt der Form:

IF condition THEN action

wo condition eine Bedingung zu Existenz und Wertebelegungen bestimmter Objekte ist und action eine Folge von Aktionen (Anwendung bestimmter Methoden) auf definierten, i.a. durch condition gebundenen Objekten ist. Im Zusammenspiel kann dieses simple Konstrukt namens Regel aber eine Menge leisten. Die Konkurrenz von Regeln kann über unterschiedliche Prioritäten gesteuert werden. Jedes Regelsystem benötigt ein Modell von Klassen, auf denen es operiert.
Dieses Modell kann ein Abbild bestimmter Aspekte Ihres Unternehmens sein. Ein Beispiel können etwa SLA's in der Beziehung externer Leistungen oder der Bereitstellung eigener Services gegenüber Ihren Kunden sein. Das Prinzip wird in folgendem Bild verdeutlicht:

Das Modell stellt gleichzeitig den Rahmen dar für die Regeln. Salopp gesagt kann nicht über Regeln gesteuert werden, was im Modell nicht drin ist.
Die Bedeutung von Modellen zeigt sich nicht nur im IT-Bereich. Chris Argyris, Professor für Erziehungswissenschaften an der Harvard University und bekannter Berater zum Thema organisationales Verhalten, sieht als Quintessenz seiner Beratungen zu organisationalen Konflikten im Management die mangelnde Offenlegung von Handlungsmodellen beteiligter Manager (nachzulesen in seinem Buch "Wissen in Aktion / Eine Fallstudie zur lernenden Organisation"). Oliver Sacks, ein bekannter Neurologe, schildert in seinem Buch "Der Tag, an dem mein Bein fort ging" die Bedeutung des Körperbewußtseins. Unser Gehirn hält demnach ein Modell unseres Körpers, das jeden Tag durch entsprechende motorische Rückkopplung bestätigt werden muss. Geschieht dies nicht, haben Betroffene den Eindruck, dass etwa ihr eigener Arm ein Fremdkörper ist, der an ihrem Körper hängt.

Regeln steuern das Verhalten einer Organisation. Modellierte Regeln steuern die modellierte Organisation. Die Verhaltensebene ist dabei Basis der Prozessebene, wie ein Bild von MCV (Managementcenter Vorarlberg) zeigt, das zunächst für Menschen gilt, aber in gewissem Umfang auf Organisationen ebenso zutrifft, als diese von Menschen gebildet werden.

Die Bedeutung des Einsatzes von Regelsystemen im Rahmen von Business Process Management unterstreicht eine Analyse der Delphi Group aus dem Jahr 2003:

Ein System von definierten Regeln wird aktiviert auf Basis eines Kontexts. Das ist ein Arbeitsbereich von Objekten. Eine Abfolge von Regelanwendungen entspricht dem Ablauf eines Programms. Der Unterschied liegt in der Abstraktion: Regeln extrahieren geschäftliches Wissen aus "dem Meer des Codes". Die wesentlichen, business-relevanten "Bifurkations-Punkte" eines Programms werden quasi herausgezogen und stehen damit auch der Modifikation durch Nicht-EDV-Personen zur Verfügung.

Die Erfahrungen aus dem Einsatz eines solchen Regelsystems mit über 1000 Regeln, gesplittet in 3 Regelsysteme, können Sie in unserem Erfahrungsbericht in Sektion Produkte nachlesen.

 

 

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